10-eokRatgeber · Sparplan

Das Prinzip des Sparplans (DCA)

Jeden Monat denselben Betrag, ganz gleichmäßig

Ein Sparplan heißt auf Englisch Dollar-Cost Averaging, kurz DCA. Das Prinzip ist einfach: Egal ob der Kurs steigt oder fällt, du kaufst jeden Monat am selben Tag denselben Betrag desselben Wertpapiers. Anders als bei der Einmalanlage, bei der du dein ganzes Kapital auf einen Schlag investierst, verteilst du den Kaufzeitpunkt auf mehrere Monate. Viele Menschen legen ohnehin jeden Monat einen Teil ihres Gehalts zur Seite und investieren ihn – dadurch entsteht ganz automatisch ein Sparplan, oft ohne dass man bewusst darüber nachdenkt.

Wie sich der durchschnittliche Kaufpreis verteilt

Das wichtigste Merkmal von DCA ist, dass du jeden Monat denselben “Betrag” ausgibst. Nicht dieselbe Stückzahl, sondern denselben Betrag. Ist der Preis niedrig, kaufst du dadurch automatisch mehr Anteile, ist er hoch, automatisch weniger. Am Ende verteilt sich dein durchschnittlicher Kaufpreis über mehrere Preisniveaus, statt sich auf ein einzelnes zu konzentrieren.

Ein einfaches Zahlenbeispiel

Nehmen wir an, du legst jeden Monat 600 € an, und der Kurs pendelt zwischen 100 € → 50 € → 100 € pro Anteil.

Mit insgesamt 1.800 € hast du 24 Anteile gesammelt, dein durchschnittlicher Kaufpreis liegt also bei 1.800 € ÷ 24 = 75 € pro Anteil. Das ist niedriger als der einfache Durchschnitt der drei Preise (83,33 €). Der Grund: Du hast mehr gekauft, als der Kurs niedrig war. Dass sich “viel kaufen, wenn’s billig ist, wenig, wenn’s teuer ist” von selbst einstellt, ist der Effekt der Kaufpreisverteilung beim DCA.

Es nimmt dir die Sorge um den richtigen Einstiegszeitpunkt

Eine der schwierigsten Fragen beim Investieren ist: “Sollte ich jetzt kaufen?” Wer versucht, Tief- und Hochpunkte exakt zu treffen, verpasst oft die Gelegenheit ganz oder steigt auf einen Schlag am Hoch ein und ärgert sich danach. DCA ersetzt genau diese Grübelei durch eine Regel. Hältst du dich nur an jeden Monat derselbe Tag, derselbe Betrag, musst du nicht vorhersagen, ob der Markt steigt oder fällt.

Gewohnheit und Automatisierung

Eine einfache Regel lässt sich leicht automatisieren. Richtest du bei deiner Bank oder deinem Broker einen automatischen Sparplan ein, läuft das Investieren jeden Monat von selbst weiter, so wie dein Gehalt eingeht. Weil es mechanisch abläuft statt auf Willenskraft zu setzen, fällt es leichter, auch in unruhigen Marktphasen dranzubleiben statt auszusteigen. Bei langfristigem Investieren ist “einfach weitermachen” eine stärkere Waffe, als man denkt.

Bei stark schwankenden Werten zählt es besonders

Je stärker ein Kurs schwankt, desto deutlicher zeigt sich der Effekt der Kaufpreisverteilung. Wie im Beispiel oben, wo der Kurs zwischen 100 € und 50 € pendelte: Je größer die Schwankungsbreite, desto stärker der Effekt, in günstigen Phasen mehr einzusammeln. Deshalb spürt man die zeitliche Streuung des Sparplans besonders deutlich bei schwankungsstarken Produkten wie Hebel-ETFs. Große Schwankung bedeutet aber auch großes Risiko – DCA verhindert Verluste an sich nicht. Die spezifischen Risiken von Hebelprodukten haben wir separat in Das Risiko von Hebel-ETFs zusammengefasst.

Ein klarer Nachteil

DCA ist nicht immer die richtige Antwort. In Marktphasen, die stetig gestiegen sind, hätte eine Einmalanlage, die das gesamte Kapital früh investiert, das Geld länger dem Markt ausgesetzt und oft eine höhere Rendite erzielt. Beim Sparplan fließt das Geld langsam ein, deshalb ist es zu Beginn weniger dem Markt ausgesetzt. Der eigentliche Wert von DCA liegt also weniger in der “höchsten Rendite” als vielmehr darin, die psychologische Belastung zu senken und dranzubleiben. Den Unterschied zwischen beiden Wegen und wann welcher passt, haben wir in Sparplan vs. Einmalanlage ausführlicher behandelt. Und dass ein Weg in der Vergangenheit gut funktioniert hat, garantiert nicht, dass es in Zukunft genauso ist.

10-eok rechnet mit dem Sparplan-Modell

10-eok geht davon aus, dass du das gewählte Wertpapier an einem festgelegten Tag jeden Monats (fällt er auf einen Feiertag, am nächsten Handelstag) mit einem festgelegten Betrag kaufst – zum echten Tagesschlusskurs und Euro/Dollar- Wechselkurs von damals. Es sucht den Tag, an dem der so aufgebaute Depotwert zum ersten Mal 1 Mio. € überschreitet, und zeigt dir, wie lange es gedauert hat. Die konkreten Ergebnisse je Wertpapier und für deine eigenen Bedingungen kannst du direkt im Rechner und in der Vergleichstabelle auf der Startseite nachsehen.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung.