Nasdaq 100 vs. S&P 500
Zwei führende US-Indizes im Vergleich
Wenn du per Sparplan in US-Aktien investierst, sind die zwei am häufigsten genannten Indizes der Nasdaq 100 und der S&P 500. Beide enthalten große US-Unternehmen, unterscheiden sich aber darin, was und wie viel sie jeweils enthalten — und damit auch in Charakter und Schwankungsbreite. Die Namen sind vertraut, die Unterschiede aber leicht zu verwechseln. Hier die wichtigsten Punkte aus Sicht eines Sparplan-Anlegers.
Was steckt drin — Unterschiede in der Zusammensetzung
Der größte Unterschied liegt in Zahl und Umfang der enthaltenen Werte. Beide Indizes gewichten grundsätzlich nach Marktkapitalisierung: Je größer das Unternehmen, desto größer sein Anteil.
- S&P 500: Besteht aus rund 500 großen US-Unternehmen. Nahezu alle Branchen sind vertreten — Technologie, Finanzen, Gesundheit, Konsumgüter, Industrie, Energie und mehr —, weshalb er oft als “Leitindex der US-Wirtschaft” gilt. Die Börsennotierung (NYSE oder Nasdaq) spielt für die Aufnahme keine Rolle.
- Nasdaq 100: Besteht aus den 100 größten Unternehmen der Nasdaq-Börse nach Marktkapitalisierung — ohne Finanzwerte. Weniger Titel bedeuten strukturell einen sehr hohen Anteil an Technologie- und Wachstumsunternehmen.
Sektor-Konzentration
Mit nur 100 Titeln und ohne Finanzwerte konzentriert sich der Nasdaq 100 naturgemäß stark auf den Technologiesektor. Einige große Technologiekonzerne machen einen beträchtlichen Teil des Index aus, sodass der gesamte Index tendenziell mitschwankt, wenn deren Kurse sich bewegen. Der S&P 500 dagegen ist breiter über Branchen gestreut, sodass die Schwäche eines Sektors durch andere teilweise ausgeglichen werden kann.
Allerdings ist erwähnenswert, dass sich zuletzt auch im S&P 500 der Anteil großer Technologiewerte deutlich erhöht hat, sodass sich die Kernwerte beider Indizes stark überschneiden. Es handelt sich also weniger um “zwei völlig getrennte Märkte” als vielmehr um denselben Markt, nur aus unterschiedlichem Blickwinkel und in unterschiedlicher Konzentration abgebildet.
Volatilität und Wachstumscharakter
Mit geringerer Streuung und höherem Wachstumsanteil zeigt der Nasdaq 100 in der Regel die Tendenz, in Aufwärtsphasen steiler zu steigen und in Abwärtsphasen tiefer zu fallen. Der S&P 500 schwankt dank breiterer Branchenstreuung vergleichsweise gemäßigter. Welche Seite “besser” ist, lässt sich nicht pauschal sagen — höhere Volatilität bedeutet gleichzeitig größeres Aufwärtspotenzial und größeres Abwärtsrisiko.
Wichtig ist: Vergangene Renditen garantieren nicht die Zukunft. Dass der Nasdaq 100 in den letzten gut zehn Jahren, als Technologiewerte stark waren, die Nase vorn hatte, heißt nicht, dass das immer so bleiben wird. Die tatsächlichen Sparplan-Ergebnisse beider Indizes kannst du direkt im Rechner und in der Vergleichstabelle auf der Startseite nachsehen.
Die wichtigsten ETFs — QQQ und SPY
Einen Index selbst kann man nicht kaufen, deshalb investiert man über einen Fonds, der ihn nachbildet — einen ETF (die Grundlagen findest du in Was ist ein ETF?).
- QQQ (Invesco QQQ Trust): Der bekannteste ETF auf den Nasdaq 100. QQQ Sparplan-Backtest
- SPY (SPDR S&P 500 ETF Trust): Einer der ältesten und meistgehandelten ETFs der Welt, der den S&P 500 abbildet. SPY Sparplan-Backtest
Beide haben vergleichsweise niedrige laufende Kosten und schütten Dividenden aus. Der Backtest von 10-eok rechnet mit dem um Dividenden bereinigten und kostenadjustierten Kurs, sodass diese Kosten und Ausschüttungen bereits im Ergebnis stecken.
Was passt zu welchem Anlegertyp
Dieser Text gibt keine feste Antwort vor, sondern Kriterien, an denen du dich selbst orientieren kannst.
- Fällt es dir schwer, Schwankungen auszuhalten, ist der breiter gestreute S&P 500 vielleicht die entspanntere Wahl — besonders wenn du dazu neigst, dein Depot in einer Baisse täglich zu checken und dich davon verunsichern zu lassen.
- Willst du dich stärker auf Technologie und Wachstum konzentrieren und kannst größere Ausschläge verkraften, passt der Nasdaq 100 zu dieser Veranlagung. Du musst aber akzeptieren, dass die Rückgänge ebenfalls größer ausfallen können.
- Beim Sparplan mit gleichbleibendem monatlichem Betrag ist Volatilität nicht zwingend schlecht — in Monaten mit niedrigeren Kursen sammelst du für dasselbe Geld mehr Anteile. Bei stärker schwankenden Indizes solltest du dir aber bewusst machen, dass das Ergebnis je nach Start- und Endzeitpunkt stark auseinanderfällt.
Es gibt auch Hebel-Versionen
Für den Nasdaq 100 gibt es Hebel-ETFs wie QLD, der die Tagesrendite verdoppelt, und TQQQ, der sie verdreifacht. Entscheidend ist, dass es sich um einen “täglichen” Hebel handelt: Über mehrere Tage kumuliert ergibt sich nicht einfach das Doppelte oder Dreifache des Index, sondern es kann durch Volatilität ein zusätzlicher Verlust entstehen (die sogenannte Volatilitäts-Drift). In Verlustphasen wächst auch der Verlust entsprechend. Mehr dazu unbedingt in Das Risiko von Hebel-ETFs nachlesen.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung.